Prävention häuslicher Gewalt stärken – Runden Tisch einrichten

Sehr geehrter Herr Landrat Gerwers,

häusliche Gewalt bleibt auch 2026 ein drängendes Thema im Kreis Kleve. Polizei und Beratungsstellen berichten weiterhin von hohen Fallzahlen und die Belastungen der vergangenen Jahre – wirtschaftlich, sozial und psychisch – wirken nach. Besonders im ländlichen Raum des Kreises Kleve erschweren weite Wege, geringe Anonymität und begrenzte Beratungsangebote den Zugang zu Hilfen.

Der Kreis verfügt über engagierte Einzelstrukturen wie das Frauenhaus, Frauenberatungsstellen, Jugendämter, Frühe Hilfen, Polizei und Gleichstellungsbeauftragte. Was jedoch fehlt ist eine strukturierte und koordinierte Präventionsstrategie, die diese Akteure zusammenführt, Doppelstrukturen vermeidet und Prävention systematisch plant.

Mit dem folgenden Beschluss übernimmt der Kreis Kleve Verantwortung und setzt ein klares Zeichen für Schutz, Prävention und Früherkennung.

Beschlussvorschlag:

  1. Der Kreis Kleve richtet im Dialog mit den bestehenden Strukturen einen „Runden Tisch Prävention häuslicher Gewalt“ ein. Koordiniert durch die Gleichstellungsbeauftragte des Kreis Kleve in Zusammenarbeit mit Jugendamt, Gesundheitsamt, Frauenhaus, Frauenberatungsstellen, Polizei, Frühe Hilfen und relevanten zivilgesellschaftlichen Akteuren im Kreis Kleve.
  2. Der Runde Tisch erarbeitet bis Mitte 2027 ein kreisweites Präventionskonzept, das insbesondere umfasst:  

– Leitlinien zur Früherkennung,  

– Standards für Fortbildungen,  

– Vorschläge für mobile und digitale Beratungsangebote,  

– Empfehlungen für die mittelfristige Haushaltsplanung ab 2027.

  • Der Runde Tisch berichtet dem Kreistag jährlich, erstmals im Sommer 2027, über:  

– durchgeführte Maßnahmen,  

– identifizierte Bedarfe und Empfehlungen.

Mit freundlichen Grüßen