Haushaltsantrag: Förderung der Anpflanzung von Agroforstsystemen auf landwirtschaftlichen Flächen

Sehr geehrter Herr Gerwers,

die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt im Rahmen der Haushaltsberatungen 2026 die Einrichtung eines Förderprogramms für die Errichtung von Agroforstsystemen zu konzipieren und umzusetzen, das folgende Kernpunkte enthält:

  1. Die Förderung deckt 50 % der nachweisbaren Investitionskosten, jedoch maximal 5 000 € pro Hektar.
  2. Die Förderung ist auf maximal 5 ha pro Betrieb begrenzt.
  3. Für das erste Förderjahr wird das Gesamtvolumen auf 75.000 € festgesetzt.
  4. Die Antragsstellung erfolgt online über ein standardisiertes Verfahren, das bis zum 30. Juni 2026 bereitsteht.

Zur Finanzierung sollen die pauschalen Zuweisungen des NRW-Plans genutzt werden.

Begründung

Im Kreis Kleve existieren bislang nur wenige Agroforstflächen. Die hohen Anfangsinvestitionen verhindern, dass insbesondere mittelständische landwirtschaftliche Betriebe diese zukunftsfähige Bewirtschaftungsform nutzen. Ohne finanzielle Unterstützung bleibt das Potenzial ungenutzt, während gleichzeitig die Biodiversität, die Bodenqualität und die Klimawiderstandsfähigkeit weiter abnehmen.


Agroforstsysteme verbinden schattenspendende Bäume und Sträucher mit Acker‑ bzw. Weidewirtschaft und erzeugen damit Synergien, die:

  • die biologische Vielfalt erhöhen (Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere),
  • die Bodengesundheit stärken (Erosionsschutz, Humusaufbau, Wasserhaltekapazität),
  • Kohlenstoff langfristig binden und somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten,
  • die Wirtschaftlichkeit der Betriebe verbessern, indem Erträge stabilisiert und neue Einkommensströme (Holz, Früchte, Nektar) erschlossen werden.

Durch die vorgesehene Förderung wird die finanzielle Schwelle gesenkt, sodass nicht nur besonders engagierte Landwirtinnen und Landwirte, sondern ein breiteres Spektrum von Betrieben die Möglichkeit erhält, agroforstliche Konzepte zu realisieren. Langfristig stärkt dies die Resilienz der regionalen Landwirtschaft, trägt zur Erreichung der Klimaziele bei und positioniert den Kreis Kleve als Vorreiter nachhaltiger Landnutzung.

Die beantragte Förderung ist ein effektives Instrument, um ökologische Mehrwerte zu generieren und die Landwirtschaft zukunftsfester zu machen. Die Finanzierung aus dem NRW‑PLAN ist dabei eine Chance auch bei angespannter Haushaltslage nötige Investitionen zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen