“Egal wie, aber mindestens der Stundentakt muss fahren” – GRÜNE Kreistagsfraktion positioniert sich zur anhaltenden RE10-Misere

Ganze fünf RE10-Fahrzeuge auf einem Bild. Aktuell so nicht mehr anzufinden.

Die Rhein-Ruhr-Bahn hatte in der Vergangenheit im Verkehrsausschuss des Kreistags mehrfach Besserung versprochen. Die grüne Kreistagsfraktion hatte zunächst Hoffnung in die neue Geschäftsführung gesteckt, aber verliert nach den anhaltenden Problemen der letzten fünf Wochen die Geduld und das Vertrauen.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Kleve David Krystof bewertet die Lage wie folgt: “Nach einem Brand an einem RE10 Fahrzeug am 12. Dezember 2025 wurden wenige Tage später sicherheitskritische Probleme an mehreren Fahrzeugen festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es für längere Zeit zu massiven Ausfällen kommen würde.” Sein Vorwurf ist daher deutlich: “Über drei Wochen wurden die Probleme verschleiert und die Ausfälle immer nur für denselben Tag kommuniziert. Das ist nicht die ehrliche und transparente Kommunikation, die wir Fahrgäste verdient hätten.“

Wiederholte, monatelange Ausfälle und Probleme prägten die letzten Jahre auf der Bahnverbindung zwischen Kleve und Düsseldorf. Bei der Rhein-Ruhr-Bahn hat die mangelhafte Kommunikation dabei eine unrühmliche Tradition – und trotz wiederholter Zusagen ist für Fahrgäste keine Besserung erkennbar. Bereits Anfang 2025 gab es eine Abmahnung durch den VRR. 

Die Co-Vorsitzende Judith Erichlandwehr adressiert diesen: “Es ist überfällig, dass der VRR den Druck endlich erhöht und eine zweite Abmahnung ausgesprochen hat. Aber die Region braucht vor allem schnell konkrete Verbesserungen! Egal wie, aber mindestens der Stundentakt muss fahren. Der Vertrag mit der RRB gehört schnellstmöglich beendet und die Suche nach einem neuen Betreiber muss jetzt beginnen.”

Die GRÜNEN im Kreistag wollen nicht nur meckern, sondern haben auch konkrete Lösungsvorschläge: “Der Ersatzverkehr muss mit schnelleren Expressbussen verbessert werden, die U-Bahnlinie U76 zwischen Krefeld und Düsseldorf öfters fahren und der elektrifizierte Abschnitt der Strecke soll durch ein anderes Unternehmen übernommen werden.” führt Hans-Hermann Terkatz, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, aus. “Ich erwarte, dass VRR und Rhein-Ruhr-Bahn uns im Ausschuss tragfähige Lösungen präsentieren.“

Im Zusammenhang mit den gehäuften Ausfällen kommt es laut Belegschaft in letzter Zeit zu deutlich mehr Beleidigungen und körperlichen Angriffen auf das Zugpersonal. David Krystof hat dazu eine klare Meinung: “Ich pendle selber regelmäßig mit dem RE10 zur Arbeit nach Düsseldorf und kann den Frust verstehen. Nichts rechtfertigt es aber, Mitarbeitende zu beleidigen, zu bespucken oder sogar Gegenstände auf sie zu werfen!”